Tiny House - Teil 7: Der Umzug

Seit der Anreise im Mai 2018 stand mein kleines Häuschen auf einem Campingplatz in der Pfalz. Ein wunderschönes Fleckchen Erde, doch leider etwas zu weit von meinem Lebensmittelpunkt entfernt. Ende 2018 erreichte mich aus dem Verein "Tiny Houses für Karlsruhe" die Nachricht, dass ein Campingplatz in der Nähe von Karlsruhe Flächen für Tiny Houses bereitstellen möchte. Dort wird es auch die Möglichkeit geben, seinen Erstwohnsitz anzumelden. Das steht für mich momentan nicht zur Debatte, ist aber eine schöne Option für die Zukunft. Nach einigen Gesprächen wurde aus der Möglichkeit etwas Konkretes und plötzlich gab es auch einen Termin für den Umzug auf den neuen Platz: der 09.03.2019 sollte es sein. Also Ärmel hochkrempeln und los geht es.

Da ich einst davon ausging, lange Zeit auf dem Campingplatz in der Pfalz zu stehen, habe ich das Tiny House nach seiner Anlieferung im Mai 2018 nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Damit ich es nun aber bewegen darf, brauche ich entweder eine Kurzzeitzulassung oder eine normale Zulassung als Wohnwagen für den Straßenverkehr. Ich habe mich für die normale Zulassung entschieden, da ich im Mai mit dem Haus nochmals einen kleinen Umzug starte, denn wir beiden gehen auf die Messe "New Housing", die in Karlsruhe stattfindet.

Zunächst habe ich einen Termin auf der Zulassungsstelle gemacht und im Vorfeld per Mail abgefragt, welche Unterlagen für die Zulassung des knapp 10 Monate "alte" Fahrzeugs benötigt werden:

Auch wenn es Premiere für den lieben Menschen auf der Zulassungsstelle war, war die Zulassung kein Problem, da ich alle notwendigen Unterlagen dabei hatte. An alle Beteiligten der Zulassungsstelle Karlsruhe meinen lieben Dank für die Betreuung vor und während der Zulassung!

Vor der Zulassung hat mich das Thema der Versicherungen noch umgetrieben. Zum einen habe ich für den Dauerstellplatz bereits eine Dauercampingversicherung abgeschlossen, die mein Tiny House an sich als Gebäude und ebenso meinen gesamten Hausrat versichert. Ohne Werbung machen zu wollen: die Versicherung habe ich bei der Vivema abgeschlossen, die sich zum Teil auf mobiles Wohnen spezialisiert hat. Damit ich das Haus für den Straßenverkehr zulassen kann, benötigte ich mindestens noch eine Haftpflichtversicherung. Da das Haus in dem Fall wie ein Wohnwagen behandelt wird, habe ich eine Haftpflichtversicherung für Wohnwagen abgeschlossen. Fehlt nur noch die volle Absicherung während des Transports - vergleichbar mit einer Kaskoversicherung. Die Absicherung war mir wichtig, denn was sich da auf der Straße bewegen wird ist nicht weniger als mein Wohnraum. Hier wurde ich wieder bei der Vivema mit dem Produkt Transportversicherung fündig. Die Transportversicherung gilt für einen Zeitraum von drei Tagen mit einer einmaligen Prämie. Perfekt!

Stolz wie Oskar marschierte ich am Montag, 04.03.2019 mit meinem Kennzeichen aus der Zulassungsstelle und fuhr direkt zum Haus. Mit Umzugskisten bewaffnet habe ich alles eingepackt, was sich in den Regalen und Schränken befindet.

Dabei habe ich mittlerweile soweit reduziert, das fünf Umzugskisten ausgereicht haben, um den Kleinkram und Klamotten zu verstauen. Andere, größere Gegenstände wie Stühle, habe ich unverpackt ins Auto verfrachtet. Die Wandbilder habe ich abgehängt und im Bett verstaut. Ebenso die Böden der Regale. Die Wandschränke sind im Haus verblieben und ich habe sie für den Transport mit Gewebeband verklebt, damit deren Inhalt anschließend nicht verstreut am Boden liegt.

Das Ausräumen, Verstauen und abbocken des Hauses hat etwa 4 Stunden gedauert. So schnell war ich in noch keiner Wohnung.

Am 09.03.2019 war es dann soweit. Der große Tag des Umzugs. Ein Freund kam mit seinem Geländewagen, der in der Lage ist, 3,5 Tonnen Anhängelast zu bewegen. Haus angehängt und los geht es. Der Landi hat einmal angeruckt und schon stand das Haus auf dem Weg des Campingplatzes. Jetzt musste es nur noch vom Platz gezogen werden. Aufgrund der Größe und der geringen Bodenfreiheit war das mit ordentlich Rangierarbeit verbunden. Dann ab auf die Straße. Wir haben uns mit maximal 60 km/h bewegt. Viel mehr war nicht möglich und auch gar nicht nötig. Dafür kam die wertvolle Fracht heil an seinem Bestimmungsort an. Was mich sehr gefreut hat war die Tatsache, dass sich alle Verkehrsteilnehmer beim Transport als sehr rücksichtsvoll gezeigt haben. Ob es an der Tagesform lag oder daran, dass hier ein für deutsche Straßenverhältnisse noch ungewöhnlicher Transport von statten ging? Wer weiß?!

 

Nachdem das Haus die gut 80 km überstanden hat, sollte es an seinen Bestimmungsort geschoben werden. Doch dort ist es aufgrund des Regens der vergangenen Tage beim Einparken im Boden versunken. Auch drei Tage später war ein Befahren der Parzelle mit dem schweren Gefährt nicht möglich. Da lob ich mir die Flexiblität des neuen Campingplatz-Betreibers, der mir in kürzester Zeit eine neue, passende Parzelle organisiert hat. Dort steht das Haus - wie ich finde sogar noch besser als geplant. Dann ging es ans Ausrichten des Hauses. Das hat bei Dunkelheit (ja, ich konnte es einfach nicht abwarten ;-) ) etwa zwei Stunden gedauert. Anschließend habe ich noch alle Möbel aufgebaut. Einen Tag später habe ich mich an die Umzugskisten und das einräumen des Hauses gemacht. Das Ausräumen der Kisten hat 30 Minuten gedauert. Verblüfft habe ich mich kurz zurückgezogen und überlegt, warum das jetzt so schnell ging. Doch dann wurde es mir klar: wenn alles seinen Platz wie vorher hat, dann geht es total schnell, weil alles wieder dahin zurück gestellt wird, wo es vorher war. Das war mir in der Dimension im Vorfeld nicht klar. Genauso wie folgender Fakt: ich kenne das Haus innen wie meine Westentasche kenne. Nun bin ich nach der ersten Nacht auf dem neuen Stellplatz darin aufgewacht und habe mich natürlich blind zurecht gefunden. Ein Blick aus dem Fenster und alles sieht anders aus. Ich muss sagen, dass das ganz schön verrückt ist - und reizvoll zugleich. Meine gewohnte Umgebung fährt mit mir mit. Ich finde es genial. Fazit: Funktioniert!

An dieser Stelle meinen Dank an alle, die diesen Umzug so problemlos möglich gemacht haben!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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