Ein Leben in Bewegung

Was heißt das? Was steckt dahinter?

Wie vieles im Leben, passiert bei mir relativ viel spontan. Genauso spontan ist dieser Slogan meiner Webseite entstanden, die vor etwas mehr als einem Jahr das Licht der Welt erblickte. In diesem einen Jahr ist ein bisschen was passiert. Schauen wir es uns kurz an: Ich bezog den Slogan einst nur auf die (kleinen) Räder, auf denen es sich gut bewegt und auf denen ich verstärkt seit dem Jahr 2015 die Welt erkunde. Sicherlich spielten Fahrräder auch vorher eine Rolle, aber nicht solch eine entscheidende. Die kleinen Räder bieten eine besondere Form der Freiheit, da ich sie nahezu überall bei mir haben kann.

Zwei herbe Enttäuschungen im Jahr 2015 führten dazu, dass ich meinen damalig verspürten Frust in knapp über 1.000 km abstrampelte. Dazu sollte nicht unerwähnt bleiben, dass eine Enttäuschung unmittelbar auf meiner bis dahin längsten Radtour, die Fahrt nach Budapest, erfolgte. Gerade hier habe ich gelernt, wie schön es ist, dass ich mir selbst vertrauen kann, dass ich mich an den eigenen Haaren aus einem Sumpf heraus ziehen kann. Solche Erlebnisse führen wohl unbewusst zu einer Stärke.

Und so baute ich mein Leben um. Schritt für Schritt. Das begann mit der Entrümpelung meiner Wohnung. Eine deutsche Band sang es vor Kurzem sehr treffend: Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck. Übertrage ich das aufs gesamte Leben, so habe ich festgestellt, dass Besitz belastet. Ja, er schränkt mich sogar in meiner Handlung ein. Mittlerweile bin ich von Mainz in die Nähe von Karlsruhe gezogen. Ein Leben in Bewegung :-) Habe ich zuvor drei Zimmer bewohnt, sind es nur noch zwei - und es ist immer noch zu viel Zeugs da.

Was nicht zu viel ist, sind meine drei Räder. Oftmals bekomme ich den Eindruck vermittelt, ich müsste mich für die Anzahl und deren Einsatzzweck rechtfertigen. Jedes dieser Räder war ein spontaner Kauf, eine Bauchentscheidung. Wie so oft in meinem Leben fügte sich alles: Während das Tern Verge mein 20 Zoll Reiserad ist, macht das Eclipse P20 einfach nur Spaß und zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht. Das Brompton liegt immer im Auto oder begleitet mich auf Städtetrips. Das ist meine Freiheit!

Im letzten Jahr habe ich mich mit so vielen Menschen unterhalten und dabei festgestellt, wieviele Menschen unterschiedlich große Päckchen durch die Gegend tragen: Manch einer kontrolliert alles und jeden. Ein anderer steht sich selbst im Weg und kann ohne ausgiebige Planung keine Entscheidung treffen. Anderen Menschen ist der Genuss von Glück nicht gewährt, weil sie sich davor fürchten, wieder verlassen zu werden und zu leiden. Ich kann das Leben leben, was ich leben möchte und ich habe das große Glück, Bauchentscheidungen treffen zu können. Offensichtlich vertraue ich mir mehr, als ich es je für möglich gehalten habe.

All diese Erkenntnisse sind nicht zuletzt durch meine Partnerin entstanden, die von ganz allein in mein Leben kam, die mich gewähren lässt, die nicht an mir herumbastelt. So stehen Themen wie Akzeptanz und Toleranz ganz oben auf unserer Tagesordnung. Nicht nur zwischen zwei Menschen. Mit dem Ausbruch aus dem "höher, schneller, weiter", dass so viele von uns prägt und belastet, habe ich meinen Weg gefunden und vor allem habe ich erkannt, wie schön es sich lebt, wenn ich mir dieses Glücks bewusst bin.

Ein Leben in Bewegung.


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Da ist er wieder, dieser Vorschlag meines Chefs. Ach was Chef, heute heißt das ja Führungskraft. Wobei der Begriff nun auch etwas antiquiert ist. Vielleicht nennen wir ihn doch besser Manager. Denn er managt alles. Er managt meine Themen, er managt meine Urlaubsanträge, ja er managt sogar mein Wissen. Was so ein Verwalter alles verwalten kann. Herrlich.

Und weil er so toll Wissen verwalten kann, schickt er mich wieder auf eines dieser Seminare. Ein Seminar, auf dem man zeigen kann, was man nicht kann: nämlich vorne stehen und tolle Reden schwingen. Visualisieren und kommunizieren. Als wäre ich nicht visuell genug und meine Verständigung so schlecht, als dass ich es erneut bräuchte. Was hilft's, der Verwalter hat's entschieden und einen Termin gemanagt.

Hopp und ab zum Kurs in eine nicht näher zu benennende Finanzmetropole am Main. Ein Hotel soll es sein. Da prangt es schon, dieses wundervolle Schild: Ein in der Farbe Rot gemaltes Herz. Dahinter prangt ein lich. Ein Licher wäre mir jetzt lieber, irgendwie krieg ich das schon runter. Hinter dem lich das Willkommen. Nein, ich will gehen. Lieber jetzt als gleich. Doch mein Verwalter hat in seiner unendlich großzügigen Art in Vorleistung gebucht.

Was tun? Über sich ergehen lassen. Oder sich übergeben lassen?


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